Die wohl wichtigste Regel beim Aktieninvestment ist, eine breite Streuung einzuhalten. Nur so können die Risiken einzelner Branchen gegeneinander aufgehoben werden. Da jedoch wegen der Ordergebühren eine bestimmte Mindestanlagesumme pro Aktie nicht unterschritten werden sollte, ist beim reinen Investment in Aktien ein bestimmtes Anlagekapital nötig. Wenn Sie mit weniger Kapital dennoch von den Vorzügen von Aktieninvestments profitieren wollen, eignen sich hierzu Aktienfonds, da dabei mit wenig Kapital eine gute Streuung erreicht werden kann.
Ein Fonds ist ein Pool von Aktien mehrerer Unternehmen, den ein Fondsmanager zusammenstellt und verwaltet. Seine Anlagestrategie können Sie im Verkaufsprospekt nachlesen. Wenn Sie nun einen „Fonds kaufen“, erwerben Sie einen Anteil an diesem Aktien- Pool.
Neben Aktienfonds gibt es u.a. auch noch folgende Fondstypen:
Der große Vorteil eines Fonds ist, wie bereits erwähnt, die breite Streuung, die mit dem Fonds
erreicht wird. Dies ist vor allem dann nützlich, wenn man mit wenig Kapital einsteigt. Will man
z.B. 5000€ in Aktien investieren, so kann man nur drei bis fünf verschiedene Aktien kaufen,
da die Ordergebühren 1% der Anlagesumme nicht überschreiten sollten. Dies wäre ziemlich
riskant, da bei einem Totalausfall eines Unternehmens bereits ein Fünftel des Kapitals verloren
wäre. Da ein Fonds in mehrere hundert Unternehmen investiert, fällt der Ausfall eines
Unternehmens dabei also weit weniger ins Gewicht, als wenn Sie das Geld in Aktien investiert hätten.
Ein weiterer Vorteil ist, dass der Fondsmanager Ihnen alle Anlageentscheidungen abnimmt.
Wenn Sie also wenig Zeit haben sich über sämtliche Unternehmen und Branchen zu informieren,
ist auch hier ein Aktienfonds die geeignete Wahl.
Diesen Vorteilen eines Fonds stehen auch einige Nachteile gegenüber. Was für Sie nun
überwiegt, müssen Sie für sich abwägen.
Der Vorteil von Fonds, dass der Fondsmanager die Arbeit übernimmt, ist gleichzeitig ein großer
Nachteil für selbstständige Anleger. Dies bedeutet nämlich, das Sie als Anleger keinerlei
Einfluss auf die beinhalteten Aktien haben. Sie können somit Ihr erlerntes Wissen v.a. aus dem
Bereich Fundamentalanalyse bei Fonds nicht wirklich anwenden und somit auch schlecht
einschätzen, ob der aktuelle Kurs günstig oder teuer ist.
Ein weiterer Nachteil sind die hohen Gebühren, die ein Fonds mit sich bringt. Bei Kauf müssen
Sie einen Ausgabeaufschlag bezahlen, der in aller Regel 5% beträgt. Hinzu kommen noch
jährliche Verwaltungsgebühren mit einer ähnlichen Höhe. D.h. selbst wenn der Fonds nicht fällt,
zahlen Sie erstmal drauf!
Das „Schlimmste“ ist jedoch, dass Fonds trotz dieser Kosten größtenteils nicht einmal besser
abschneiden als der jeweilige Vergleichsindex, im Gegenteil sogar häufig schlechter.
Wenn Sie dennoch in Fonds anlegen möchten, eignen sich deshalb so genannte ETFs (Exchange Traded Funds). Sie bilden 1:1 einen bestimmten Index ab und werden passiv verwaltet, d.h. Aktien werden nur ausgetauscht, wenn sich der Index verändert. Deshalb betragen die Verwaltungsgebühren meist weit unter 1%. Außerdem lassen sich diese Fonds an der Börse handeln, d.h. sie müssen keinen Ausgabeaufschlag bezahlen und sind sehr flexiibel. Da aktiv gemanagte Fonds wie gesagt meist auch nicht besser abschneiden als der Index, sind ETFs die Fonds unserer Wahl.