Um langfristig erfolgreich zu sein, genügt nicht nur eine gute Aktienanalyse sowie ein gutes
Management des Depotrisikos, sondern auch die dauerhafte Einhaltung einer bestimmten
Strategie. Es gibt unzählige verschiedene Tradingstrategien und es sollte jeder selbst
herausfinden, nach welcher er handeln will bzw. seine eigene Strategie entwickeln. Allerdings
ist es unerlässlich sich an die gewählte Strategie dann auch zu halten. Nur so schafft man es,
so emotionslos wie möglich zu handeln, was für den langfristigen Erfolg unbedingt nötig ist. Man sollte
auch nicht regelmäßig zwischen verschiedenen Stilen wechseln, weil diese oft sogar
gegenläufig sind.
Im Folgenden wollen wir Ihnen die bekanntesten Tradingstile vorstellen.
Bei der Indexstrategie umgeht man die aufwendige Analyse einzelner Unternehmen und kauft
die Aktien eines ganzen Index, z.B. des DAX. Dies ist zum einen direkt möglich, indem man
alle Aktien des Indexes kauft, allerdings ist dabei wegen den anfallenden Ordergebühren eine
Hohe Investitionssumme nötig. Die andere Möglichkeit ist die Investition in einen Fonds, am
besten in einen ETF, der den Index 1:1 abbildet und bei dem nur geringe Gebühren anfallen.
Grundgedanke hinter dieser Strategie ist die Erkenntnis, dass nur wenige Anleger es schaffen, den Index
dauerhaft zu übertreffen. Deshalb entfernt man sich von diesem Gedanken und nimmt die
mittlere Renditechance in Kauf, minimiert aber gleichzeitig durch die breite Streuung des Index
das Risiko.
Hier nimmt man also passiv an der Wertentwicklung des Indexes teil, was mit einem Minimum
an Aufwand und Wissen verbunden ist, weshalb diese Strategie besonders für den
Privatanleger und Einsteiger besonders geeignet ist.
Hier handelt man nach der Börsenweisheit „The trend is your friend!“. Der Grundgedanke
hierbei ist, dass sich Trends von selbst verstärken, weil immer mehr Anleger auf den Trend mit
aufspringen möchten. Man sagt: „Die Hausse nährt die Hausse, die Baisse nährt die Baisse“.
Man geht also davon aus, dass Abwärtstrends weiter fallen, Aufwärtstrends weiter steigen.
Deshalb steigt man erst in Aktien ein, wenn diese bereits einen deutlichen Trend in die
gewünschte Richtung entwickelt haben, so dass man sich nach dem Grundgedanken dieser
Strategie sicher sein kann, dass der Trend sich auch fortsetzt.
Zur Erkennung solcher Trends setzt man vor allem die Werkzeuge der technischen Analyse ein.
Der Nachteil dabei ist aber der, dass man zum Einen einen Teil der Kursgewinne auslässt und
zum anderen zu einem relativ hohen Kurs erst einsteigt. Dadurch ist die Gefahr eines
Rückschlags höher. Es kann sogar passieren, dass man genau am höchsten Punkt einsteigt.
Deshalb ist bei dieser Strategie ein konsequentes Absichern mit Stop-Losses zu empfehlen.
Sie ist das Gegenstück zur prozyklischen Anlagestrategie. Dabei kauft der Anleger Aktien, die
in letzter Zeit sehr stark gefallen sind, und spekuliert auf eine Trendwende.
Der Vorteil ist, dass man gute Aktien evtl. zu sehr günstigen Preisen erhalten kann. Die
Gefahr ist allerdings, dass sich die Aktie evtl. auch nicht mehr erholen könnte und im Gegenteil
sogar noch weiter fällt. Deshalb ist es hier besonders wichtig, mithilfe der fundamentalen Analyse und Werten wie KGV, KCV oder KBV herauszufinden, ob die Aktie zu Recht gefallen
ist oder nur im Sog des Marktes mit nach unten gezogen worden ist.
Der Anleger sucht also in schlechten Börsenzeiten nach hochwertigen Aktien, die zu
Schleuderpreisen zu haben sind, und wartet geduldig auf den Aufschwung des Marktes. Dabei
sollten die guten Aktien mehr steigen als der Marktdurchschnitt.
Hier investiert der Anleger in die dividendenstärksten Aktien des Index. Grundgedanke ist
die Erfahrung, dass Aktien mit hoher Dividende besser abschneiden als der Markt, betrachtet
man die Gesamtrendite aus Dividende und Kursgewinn.
Dabei werden die Aktien ein ganzes Jahr gehalten und am Ende jeden Jahres werden
wiederum die dividendenstärksten Aktien des Index von neuem herausgesucht und wieder für ein Jahr
gehalten.
Der zweite Vorteil neben der statistisch höheren Rendite ist wie bei der Indexstrategie der
geringe Aufwand und dass hierbei wiederum kein großes Fachwissen nötig ist. Deshalb ist
auch diese Strategie besonders für Privatanleger geeignet.