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Psychologie an den Börsen


Betrachtet man die Fundamentalanalyse und die technische Analyse, erkennt man, dass bei beiden eine Grundvoraussetzung dem Markt unterstellt wird: der Markt handelt vernünftig und aufgrund rationaler Entscheidungen, in die alle vorhandenen Informationen einfließen.
Seit Mitte der 80er Jahre entwickelt sich aber immer mehr eine gegenläufige Theorie zu diesem Bild des "Homo oeconomicus": die behavioral finance - Theorie.
Sie befasst sich mit der Psychologie der Anleger. Dabei erklärt sie die Übertreibungen und oftmals fundamental unbegründeten Kursentwicklungen damit, dass der Mensch grundsätzlich irrational handelt.
Angst, Gier oder Hoffnung sind hier als Beispiele für solche Verhaltensweisen zu nennen. Daher verläuft auch der Aktienmarkt in einer Abfolge von Übertreibung, Korrektur, Untertreibung und Korrektur in die andere Richtung, um dann wieder von vorne zu beginnen.

Soviel zum Marktgeschehen, doch warum bringt es dem Privatanleger einen Vorteil, von diesen Theorien gehört zu haben?
Gleich vorneweg: Sie werden nicht schaffen, vernünftiger zu handeln als der Markt, denn diese überzogene Selbsteinschätzung ist der Beginn aller Unvernunft. Um Erfolg beim Handel von Aktien zu haben, müssen Sie aber gar nicht besser sein! Gerade Privatanleger handeln häufig nach dem Hoffnungsprinzip, kaufen in Euphorie oder verkaufen aus Angst. Deshalb macht schon allein das Erkennen eigener psychologischer Fehler in der ein oder anderen Situationen Sie zu einem besseren Anleger.

Folgende Beispiele sollen Ihnen solche Fehler vor Augen führen:

  • Wie kann es sein, dass es vielen Anlegern immer wieder passiert, gerade am höchsten Punkt einzusteigen und ganz unten wieder zu verkaufen? Hier kommen die Gier und die Angst ins Spiel. Wenn die Aktienkurse unverhältnismäßig stark steigen, sollte eigentlich rational gesehen kein Aktionär mehr einsteigen. Doch die Angst, bei der Rallye nicht dabei zu sein, ist größer als die Vernunft. Umgekehrt ist es, wenn die Aktienkurse stark gefallen sind, wo doch fundamental gesehen die Aktie günstig wäre. Hier steigen viele aus, weil sie noch größere Verluste fürchten.

  • Wieso verkaufen Anleger ihre Aktien nicht, obwohl sie immer mehr in den Verlust geraten und fundamental keine Aussicht auf Besserung besteht? Der Grund liegt oft darin, dass man damit gleichzeitig zugeben muss, beim Kauf der Aktie einen Fehler gemacht zu haben. Wenn Sie die Aktie mit Verlust verkaufen, die Sie mit Ihrem gesamten Wissen in größter Überzeugung gekauft haben, empfinden Sie dies als Eingeständnis mangelnder Kompetenz.

  • Wieso kaufen viele Aktionäre schlechte Aktien, obwohl sie über die Gefahren Bescheid wissen? Hier kommen mehrere Faktoren zusammen: die eigene Selbstüberschätzung, es besser zu wissen als der Markt, das Prinzip Hoffnung und auch der so genannte Trugschluss des Spielers. Dabei sind sie der Meinung, dass der Kurs wieder steigen muss, nur weil er so lange gefallen ist. Doch eine Münze fällt auch nicht auf Kopf, weil vorher Zahl gefallen ist.

  • Auch die Erkenntnisse, dass Meldungen positiv oder negativ aufgenommen werden, je nachdem, in welcher Art und Weise sie dargestellt werden bzw. in welchem Marktumfeld sie bekannt gegeben werden (Stichwort Kontrasteffekt), oder dass bestimmte Meldungen komplett ignoriert werden (selektive Wahrnehmung) fällt in das Gebiet der behavioral finance.

Neben dem Erkennen eigener Fehler ist aber die behavioral finance auch ein Instrument zur Vorhersage von Kursbewegungen. Zur Beurteilung der Stimmungslage am Markt gibt es verschiedenste so genannte Sentiment-Indikatoren. Im weiteren Sinne ist auch das regelmäßig festgestellte Verbrauchervertrauen ein solcher Indikator.

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