Konjunkturfrühindikatoren lassen Schlüsse auf die künftige Entwicklung der konjunkturellen Lage zu, ohne sie selbst zu beeinflussen. Weil an der Börse die zukünftige Entwicklung gehandelt wird, werden diese Indikatoren von den Anlegern mit Aufmerksamkeit verfolgt. Positive Erwartungen an das zukünftige Umfeld übertragen sich dabei in steigende Aktienkurse.
Die Auftragseingangsentwicklung ist ein sehr guter Indikator für die künftige Wirtschaftsentwicklung. Steigen nämlich die Auftragseingänge in der Gegenwart an, so bedeutet das eine höhere Produktion in der Zukunft und damit eine steigende Wirtschaftsleistung. Steigende Auftragseingänge sind also ein positives Zeichen, sinkende andererseits ein negatives. Über die detaillierte Aufführung lassen sich auch unterschiedliche Entwicklungen in den verschiedenen Branchen erkennen.
Die Kapazitätsauslastung gibt darüber Auskunft, welcher Anteil an den Produktionseinheiten einer Branche, eines einzelnen Unternehmens oder der gesamten Volkswirtschaft aktuell für die Produktion genutzt wird. Dabei ist eine hohe Auslastung förderlich für niedrige Produktionskosten, eine niedrige Auslastung bedingt wiederum höhere Kosten. Andererseits ist es aber so, dass bei voller Auslastung eine weitere Produktionssteigerung mit Investitionen in die Produktionskapazitäten verbunden ist, also hohe Kosten verursacht. Unter diesen Aspekten ist also eine Auslastung etwas unter dem Maximum förderlich.
Der ifo-Geschäftsklimaindex wird monatlich vom ifo-Institut in München veröffentlicht und gibt Aufschluss über die Stimmung der Marktteilnehmer des Aktienmarktes. Er gibt diese Stimmung in einer absoluten Zahlenskala an, so dass er dauerhaft vergleichbar ist. Dabei werden die Marktteilnehmer bezüglich ihrer Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage befragt sowie der konjunkturellen Entwicklung. Pauschal sagt man oft, dass ein dreimal in Folge steigender ifo-Index einen konjunkturellen Aufschwung anzeigt.
Der Einkaufsmanagerindex beruht auf Befragungen von Einkaufsleitern wirtschaftlicher Unternehmen bezüglich der konjunkturellen Lage. Auch er wird in einer absoluten Zahlenskala angegeben. Auch hier gilt, dass ein steigender Index eine positive Entwicklung widerspiegelt.