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Konjunkturkennzahlen


Konjunkturkennzahlen sind im Gegensatz zu den Konjunkturfrühindikatoren direkt mit der konjunkturellen Lage verflochten, d.h. sie werden von dieser beeinflusst, beeinflussen aber ihrerseits auch die Konjunktur bzw. definieren diese sogar. Diese Kennzahlen sind also sozusagen die „Stellglieder“ der Konjunktur und bestimmen in Ihrer Gesamtheit, ob sich ein wirtschaftlicher Aufschwung entwickeln kann oder ob die Gefahr einer Rezession besteht. Hat man verstanden, wie diese Zahlen miteinander verflochten sind, so kann man also rationaler abschätzen, ob die aktuelle Gesamtwirtschaftslage geeignet für ein Aktieninvestment ist oder nicht.

Konjunkturzyklus

Zunächst einige Worte zum Konjunkturzyklus selbst: die Konjunktur steigt nicht in linearer Weise an, sondern verändert sich in Form von Zyklen, d.h. die Wirtschaftskraft steigt an, erreicht einen Höhepunkt, fällt ab und der Zyklus beginnt von neuem. Wenn also ein Politiker davon spricht, durch bestimmte Maßnahmen eine neue Krise verhindern zu wollen, kann man mit Sicherheit sagen: eine neue Krise wird wieder kommen. Was jedoch durch die Politik beeinflussbar ist, ist das Ausmaß des Aufschwungs und der Rezession. Durch gezielte Maßnahmen in Zinspolitik und Arbeitspolitik lässt sich diese Wellenbewegung abflachen, die Entwicklung wird dadurch also kontinuierlicher.
Der Konjunturzyklus gliedert sich in vier Phasen:
Die Aufschwungphase (Hausse), die Phase des wirtschaftlichen Booms, in der ein Plateau erreicht wird, die Abschwungphase (Baisse) und die Depressionsphase in der der Zyklus sein Tief erreicht.

Konjunkturzyklus

Außerdem gibt es langfristige, mittelfristige und kurzfristige Konjunkturzyklen.
Übergeordnet sind die langfristigen Zyklen von einigen Jahrzehnten Dauer, in diese sind mittelfristige Zyklen eingelagert mit einer Dauer von einigen Jahren und nochmals eingelagert sind kurzfristige Zyklen von einigen Monaten bis Jahren.

Bruttoinlandsprodukt (BIP)

Das BIP gibt Auskunft über den Gesamtwert aller Güter, d.h. Waren und Dienstleistungen, die in einem Land in einem Jahr produziert wurden.
Es ist das eigentliche Maß für das Wirtschaftswachstum eines Landes. Dabei zeigt ein steigendes BIP einen Aufschwung an, ein gleich bleibendes eine Stagnation und ein fallendes eine Rezession.

Zinsen

Niedrige Zinsen bedeuten einen Antriebseffekt für die Konjunktur. Grund dafür ist, dass sich die Unternehmen günstigere Kredite beschaffen und dadurch vermehrt Geld investieren können. Die Unternehmen wachsen, ihre Gewinne steigen und sie geben ihrerseits zusätzlich anderen Unternehmen Wachstumsimpulse, da ihre Nachfrage nach Investitionsgütern steigt. Somit entwickelt sich eine Aufwärtsspirale. Die Aktienkurse steigen mit den Gewinnen der Unternehmen.
Durch diese Spirale steigt aber die Nachfrage nach Gütern immer weiter an, wodurch sich die Preise verteuern, es kommt also zur Inflation. Um eine ausufernde Inflation einzudämmen, reagieren die Zentralbanken mit einer Erhöhung der Leitzinsen. Der Effekt ist der gegenteilige wie oben: Kredite werden teuerer, den Unternehmen steht dadurch weniger Geld zur Investition zur Verfügung, die allgemeine Nachfrage sinkt und die Gewinne werden weniger. Die Aktienkurse werden also ebenfalls sinken. Daher reagiert der Markt bereits bei hohen Inflationszahlen negativ, weil eine Anhebung des Leitzinses durch die Notenbanken befürchtet wird.

Arbeitslosenzahlen

Die Arbeitslosenzahlen legen neben dem allgemeinen Wohlstand eines Landes dessen Binnenkonsum fest. Letzten Endes bestimmt der private Konsum die Nachfrage nach Gütern, weil auch Unternehmen, die nicht direkt den privaten Konsum bedienen, eben direkt oder indirekt Unternehmen beliefern, die dies tun.
Ein schlechter Binnenkonsum kann nur durch Exporte kompensiert werden. Umgekehrt trifft ein Land ein fallender Binnenkonsum umso weniger je exportorientierter es ist. Z.B. sind Deutschland oder China aktuell sehr exportorientierte Länder, die USA haben im Gegensatz dazu v.a. einen starken Binnenkonsum. Somit sind aber die Exportländer vom Binnenkonsum der Importländer stark abhängig. Dies wird v.a. in Wirtschaftskrisen sehr deutlich, die dadurch auf viele Länder übergreifen.
Die Arbeitslosenzahlen bestimmen also den Binnenkonsum. Hohe Arbeitslosigkeit hat einen sinkenden Konsum zur Folge, die Preise fallen und die Unternehmen machen weniger Gewinne. Dadurch sinkt das BIP. Die Unternehmen müssen nun ihre Produktion rationalisieren und stellen Arbeitskräfte aus und somit stellt sich eine Abwärtsspirale ein. Diese kann durch Zinssenkungen unterbrochen werden, die nun auch möglich sind, da durch die fallenden Preise keine Inflationsgefahr besteht.
Umgekehrt steigert sinkende Arbeitslosigkeit den Konsum, die Preise steigen und die Unternehmen machen mehr Gewinne. Dadurch sind Investitionen möglich und neue Arbeitskräfte werden eingestellt, was wiederum den Konsum antreibt. Eine Aufwärtsspirale stellt sich ein. Diese muss irgendwann geldpolitisch durch steigende Zinsen unterbrochen werden, da dabei mit den steigenden Preise die Inflation steigt. Außerdem ist die Aufwärtsbewegung durch zu niedrige Arbeitslosigkeit begrenzt, da dann keine neuen Arbeitskräfte eingestellt werden können.
Eine mäßige Arbeitslosigkeit ist also für die Wirtschaft am positivsten und somit auch für den Aktienmarkt.

Wechselkurse

Die Wechselkurse beeinflussen die jeweiligen Unternehmen je nachdem, ob sie export- oder importorientiert sind. Am besten erklärt man diesen Zusammenhang an einem Beispiel: Nehmen wir zwei deutsche Unternehmen, das eine vertreibt seine Waren im Euroraum und importiert die Rohstoffe dazu von außerhalb des Euroraums, das zweite ist importunabhängig, vertreibt aber seine Waren z.B. in den USA.
So betreffen die Wechselkurse Unternehmen 1 im Import, Unternehmen zwei im Export. Steigt nun der Wert des Euros gegenüber dem Dollar, so muss Unternehmen 1 weniger Euro für die (in Dollar) gekauften Rohstoffe bezahlen, d.h. dessen Gewinne steigen. Die Produkte von Unternehmen 2 aber sind nun in Dollar teuer als vorher und es werden weniger Produkte verkauft oder das Unternehmen muss einen geringeren Preis in Euro verkraften, d.h. dessen Gewinn sinkt. Genau umgekehrt sind die Verhältnisse bei sinkendem Eurowert.
Da Deutschland vor allem exportorientiert ist, wird die Gesamtwirtschaft also von einem sinkenden Euro profitieren. Wie aber gesehen gilt dies nicht für jedes Unternehmen!

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