Die Candlestick-Analyse stammt aus Japan und wird dort schon Jahrhunderte lang angewandt. Aufgrund der vielen Möglichkeiten, Candlesticks zu interpretieren, erfreut sie sich auch im Westen immer größerer Beliebtheit.
Der Vorteil der Candlesticks gegenüber Liniencharts ist, dass hier auch der Intratagesverlauf in die Analyse mit einfließen kann. Nichtsdestotrotz lassen sich auch die klassischen charttechnischen Analysemethoden auf die Candlestick-Charts anwenden.
Aufgrund der Vorteile der speziellen Analysemöglichkeiten und des immer größeren Einflusses in der Charttechnik sind Candlesticks auch für Privatanleger zunehmend interessanter geworden, weshalb hier die Grundlagen vorgestellt werden.
Wie Candlestick-Charts grundsätzlich zu lesen sind, erfahren Sie im Kapitel Charts. Dennoch sollen hier noch einmal die Aussagen eines Candlesticks wiederholt werden.
Ein Candlestick (Kerze) besteht aus Kerzenkörper und Docht. Dabei markieren das untere und obere Ende des Kerzenkörpers entweder Tagesöffnungs- oder Tagesschlusskurs. Ein weißer (grüner) Candlestick bezeichnet einen Tag mit steigenden Kursen, entsprechend ist das untere Ende des Körpers der Eröffnungskurs, das obere Ende der Schlusskurs. Schwarze (rote) Candlesticks bezeichnen Tage mit fallenden Kursen, entsprechend sind unteres bzw. oberes Ende des Körpers Schluss- bzw. Eröffnungskurs. Die Dochte spiegeln Kurse im Tagesverlauf wider. D.h. der oberste Punkt des oberen Dochtes ist der Tageshöchstkurs, der unterste Punkt des unteren Dochts der Tagestiefstkurs. Fehlt ein Docht, so fallen Höchst- bzw. Tiefstkurs mit Eröffnungs- bzw. Schlusskurs zusammen.
Long Days sind Kerzen mit großer Spanne zwischen Eröffnungs- und Schlusskurs. Dementsprechend zeugen sie von einer dynamischen Tagesentwicklung und sind daher aussagekräftiger als Short Days.
Short Days sind Kerzen mit auffällig geringer Handelsspanne. Sie sind entsprechend weniger dynamisch zu werten und weniger aussagekräftig bzw. zeugen von einer Abflachung eines Trends.
Es gibt Black und White Marubozus entsprechend bearishen und bullishen Kerzen. Das Entscheidende sind die fehlenden Dochte. Das bedeutet also, dass der Kurs innerhalb des Tages mehr oder weniger nur in eine Richtung lief. Folglich ist der Black Marobuzo eine extrem bearishe, der White Marobuzo eine extrem bullishe Aussage.
Einstiegs- und Schlusskurs sind identisch. D.h. es fand ein extrem ruhiger und vorsichtiger bzw. unentschlossener Handel statt. Letztendlich hielten sich Käufer- und Verkäufer die Waage, weil weder wirkliche Kauf- noch Verkaufssignale vorhanden waren. Dies tritt oft vor besonderen Ereignissen oder bei einer Trendumkehr auf.
In einem Abwärtstrend tritt ein Candlestick auf, der einen ausgeprägten unteren Docht und einen nur einen relativ kleinen Kerzenkörper hat. Die Farbe des Candlesticks ist dabei weniger wichtig. Er sagt aus, dass im Tagesverlauf eine Trendumkehr stattgefunden hat und stellt daher ein Aufwärtssignal dar.
Der Hanging Man stellt das Gegenstück zum Hammer dar. Er entsteht in einem Aufwärtstrend und hat ebenfalls einen ausgeprägten unteren Docht. Hier steht eine Trendumkehr zum Abwärtstrend hin bevor. Dabei muss die Bestätigung am nächsten Handelstag abgewartet werden.
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