Im Gegensatz zur Fundamentalanalyse, die die Bestimmung des inneren Werts einer Aktie
ermöglicht, kann mit der technischen Analyse, oft auch mit Charttechnik bezeichnet, der
passende Ein- und Ausstiegszeitpunkt einer Aktie gefunden werden. Sie stellt also den zweiten
Schritt in der Analyse einer Aktie dar.
Die Charttechnik arbeitet damit, dass bestimmte Chartformationen in der Vergangenheit immer
wieder denselben Kursverläufen vorausgegangen sind. So wird es also möglich, beim
Erkennen solcher typischen Formationen einen Rückschluss auf den zukünftigen Kursverlauf zu
machen.
Die Chartanalyse funktioniert v.a. auch aus psychologischen Gründen. Weil jeder an sie glaubt, trifft sie meist auch zu. Wenn viele Anleger aus der Charttechnik ein Aufwärtssignal lesen, kaufen sie Aktien und deshalb tritt tatsächlich eine Aufwärtsbewegung ein. Einer wissenschaftlichen Grundlage entspringt sie allerdings nicht unbedingt. Deshalb besteht auch die Gefahr, dass sie Fehlsignale generiert, besonders in unsichereren Börsenzeiten. Dennoch werden Sie im Allgemeinen wohl erfolgreicher sein, wenn Sie diese Analysemöglichkeit mit Verstand nutzen, denn oft liegt sie eben auch richtig.
Manche Charttechniker argumentieren sogar, dass mit der Charttechnik das mühselige Studium von Wirtschaftsnachrichten und die fundamentale Analyse überflüssig werden, weil alle Nachrichten, Erwartungen und Unternehmensdaten sich im Chart der Aktie widerspiegeln. Unserer Meinung nach ist es jedoch riskant diese anderen Dinge komplett außen vor zu lassen. Denn oft ist die Chartentwicklung auch unvernünftig. Um Kauf- und Verkaufzeitpunkte zu ermitteln, ist sie jedoch wohl die beste Analysemethode.